Schnecken für das Aquarium

Die Schnecken (Gastropoden) sind die formenreichste Klasse der Weichtiere, jenes großen Tierstammes, zu dem auch die Muscheln (Lamellibranchier) und Tintenfische (Cephalopoden) gehören. Schnecken für Ihr Aquarium finden Sie in unserem Shop.

Die Schnecken konnten vom Meere aus sowohl das Süßwasser als auch das Land erobern. Ja, viele Arten sind – wie unsere Schlammschnecken – vom Landleben wieder zum Wasserleben übergegangen. Solche sekundäre Wasserschnecken behalten aber auch im Wasser die bei der Eroberung des Landes gewonnene Lungenatmung bei und unterscheiden sich von den ursprünglichen kiemenatmenden Wasserschnecken.

Der Schneckenkörper ist, zumindest innerlich, unsymmetrisch gestaltet und in die Schneckenschale
zurückziehbar. Der Kopf, der meist Fühler trägt, setzt sich nach hinten in den lang gestreckten Kriechfuß fort, auf den gegen die Schale hin der Mantel als der die Schale bildende Körperteil folgt. In der Schale ist der spiralig aufgewundene Eingeweidesack verborgen.

Einige Formen haben eine stark zurückgebildete mützenförmige Schale, und vielen Arten fehlt die Schale vollkommen. Die zu einer Raspel umgebildete Zunge ist vorstreckbar und erlaubt das Abraspeln von Pflanzenteilen und Algenrasen. Die auf dem Lande lebenden Lungenschnecken ernähren sich vorwiegend von Pilzen und höheren Pflanzen, die Wasserschnecken dagegen von Algenrasen und faulenden Pflanzenteilen.

Daneben können aber auch tierische Substanzen, in der Regel auch Kadaver, aufgenommen werden. Einzelne Arten sind sogar echte Raubtiere.

Die so genannten roten Schnecken sind pigmentarme Individuen dunkler Arten, die in der freien Natur
gelegentlich auftreten. Einige dieser roten Schnecken sind für die Zwecke der Aquaristik erbfest gezüchtet worden. Fast alle in der Aquaristik gepflegten Formen stammen aus den Tropen. Unsere einheimische Schneckenfauna ist an tiefere Temperaturen gebunden und kann sich deshalb nur im Kaltwasserbecken entfalten.

Eine Ausnahme macht lediglich die bei uns überall häufige, aus dem Mittelmeergebiet eingewanderte kleine Blasenschnecke, auch Spitzhornschnecke genannt (Physa acuta). Diese Art gedeiht auch im Warmwasseraquarium sehr gut, ja, vermehrt sich meist so stark, dass sie mit der Zeit lästig werden kann.

Eine besondere Schneckenfütterung ist im Aquarium in der Regel nicht erforderlich. Jedes Becken liefert
Nahrung in Form von Algenrasen und Fäkalien sowie tierischen Futterresten in ausreichender Menge. Nur ganz wenige große Arten müssen, da sonst die höheren Wasserpflanzen angegangen werden, mit Kopfsalat gefüttert werden.

Von den einheimischen Arten sind für das Kaltwasseraquarium oder Heimataquarium in erster Linie
verschiedene Tellerschnecken geeignet, so vor allem die Große Posthornschnecke (Planorbis corneus), die bis 35 mm Durchmesser erreichen kann. Der Fachhandel bietet von dieser Art in der Regel eine prächtige blutrote Form an, die jedoch genau wie die Stammform nur im Kaltwasserbecken gut gedeiht.

Aber auch die kleineren Tellerschnecken, wie Bathyomphalus contortus oder Tropidiscus planorbis, sind interessante Formen für das Heimataquarium, die sich hauptsächlich von faulenden Pflanzenteilen und Futterresten ernähren. Alle Tellerschnecken sind lungenatmende Wasserschnecken. Weiterhin eignen sich für das Kaltwasseraquarium verschiedene einheimische Deckelschnecken. So die lebendgebärende Große Sumpfdeckelschnecke (Vivipams viviparus, die kleine Schleischnecke (Bulimus tentaculatus;) und die Plötzenschnecke (Valvata piscmaüs;).

Die Deckelschnecken tragen auf der Oberseite des Fußes einen Deckel, der die Mündung des Gehäuses
verschließt, sobald sich das Tier zurückzieht. Alle Deckelschnecken sind echte kiemenatmende
Wasserschnecken, die sich von Algen und Abfällen ernähren.

Dagegen sind die meisten Schlammschnecken der Gattung Lymznaea für das Kaltwasserbecken nicht
besonders geeignet. Diese lungenatmenden Wasserschnecken haben eine sehr kräftige Radula, mit deren Hilfe  sie auch höhere Wasserpflanzen abweiden können. Lymnaea ovata f. peregra soll sogar einen Giftstoff ausscheiden, der bei Fischen Krämpfe auslösen kann.

Einzelne Schlammschnecken beherbergen Larvenstadien von Saugwürmern, die zum Teil Fischen gefährlich werden können.
Für das Warmwasseraquarium sind verschiedene tropische Schnecken importiert worden. Starke Verbreitung haben vor allem auch hier die pigmentarmen roten Formen gefunden.

Die Süßwasserturmdeckelschnecke

Heimat: Ägypten bis Indonesien; bis 2,5 cm.
Das spitz ausgezogene Gehäuse ist olivgrün bis gelbgrün, violett quergebändert.
Diese Art eignet sich für die Haltung im Warmwasseraquarium besonders gut. Sie ernährt
sich hauptsächlich von Algen und Detritus (organische Sinkstoffe) und hat die Eigenart, sich
in den Bodengrund einzugraben und diesen langsam umzupflügen. Sie ist gleichsam der
Regenwurm des Warmwasseraquariums und als solcher sehr nützlich. Unangenehm kann der
Kitthunger dieser Art werden. Die Schnecke frisst mit Vorliebe die Kittfugen aus, so dass,
wenn diese sehr weit sind, das Becken undicht werden kann.
Melanoides tuberculata ist empfindlich gegen absinkende Temperaturen und geht bei 17 bis
18 °C ein.

Spitzhornschnecke

Spitzhornschnecke
Spitzhornschnecke

Fälschlich auch als Isidora proteus bezeichnet. Die aus Südaustralien kommende Schnecke wird bis 2 cm
groß, bleibt im Aquarium jedoch in der Regel wesentlich kleiner. Das Linksgewundene, zart graugrüne
Gehäuse erinnert in seiner Form etwas an die Gehäuse unserer Schlammschnecken. Besonders schön ist
die pigmentarme rote Form dieser Art, die einer stärkeren Verbreitung wert ist. Physastra ist empfindlich
gegen länger andauernde niedrige Temperaturen.

La-Plata-Apfelschnecke

Heimat: Südamerika, La-Plata-Stromgebiet.
Diese große, bis 65 mm Durchmesser erreichende, rechtsgewundene Deckelschnecke erinnert in ihrer
Gehäuseform etwas an unsere Sumpfdeckelschnecke. Gehäuse hornfarben mit dunklen Bändern. Das Tier
selbst ist dunkelgrau bis graublau, trägt zum Teil goldige Pünktchen und besitzt neben zwei langen
Fühlern ein stark dehnbares Atemrohr, das der Schnecke neben der Kiemenatmung auch eine Luftatmung erlaubt. Die Eier werden in rosa bis orangefarbenen Ballen außerhalb des Wassers abgelegt. Die Jungen
schlüpfen nach 4 bis 6 Wochen. Die Apfelschnecken vergreifen sich nach neueren Beobachtungen an den
Wasserpflanzen nur dann, wenn keine Algen oder Futterreste zur Verfügung stehen. Vorsichtshalber kann
von Zeit zu Zeit etwas Kopfsalat gegeben werden.
Neben dieser Art wurden bislang 4 bis 5 weitere Apfelschnecken lebend importiert. Alle Arten sind
hochinteressante Aquarienbewohner.

 

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